Personen

Neues Graduiertenkolleg an der RWTH Aachen bewilligt (17.05.2019)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat am 13.5.2019 die Förderung von 13 neuen Graduiertenkollegs (GRKs) bekannt gegeben. Eines davon ist das GRK 2497 mit dem Titel "Physik der schwersten Teilchen am Large Hadron Collider". Das Graduiertenkolleg ist an der RWTH Aachen angesiedelt und wird sich auf die Untersuchungen der Eigenschaften von Higgs-Bosonen und Top-Quarks sowie die Suche nach neuen, schweren Teilchen konzentrieren. Ein Ziel des GRK ist es, Theorie und Experiment (konkret CMS) näher zusammen zu bringen. Beteiligt sind die CMS-Experimentalphysiker Prof. Lutz Feld vom 1. Physikalischen Institut B, Prof. Kerstin Borras, Prof. Martin Erdmann, Prof. Thomas Hebbeker, und Prof. Alexander Schmidt vom 3. Physikalischen Institut A, sowie die Theoretiker Prof. Michal Czakon, Prof. Robert Harlander, Prof. Michael Krämer, und Priv.-Doz. Malgorzata Worek vom Institute for Theoretical Particle Physics and Cosmology. Sprecher ist Prof. Michal Czakon. Für die Zeit vom 1.10.2019 bis 31.03.2024 werden durch die Förderung des GRKs unter anderem zusätzliche Stellen für herausragende Doktoranden geschaffen, die jeweils von einem CMS-Physiker und einem Theoretiker co-betreut werden.

Weitere Informationen:
Link zur Pressemitteilung der DFG
Link zur Pressemitteilung der RWTH Aachen

DCMS-Mitglieder übernehmen wichtige CMS-Leitungspositionen (03.04.2019)

Im März 2019 hat die CMS-Kollaboration viele Leitungspositionen neu besetzt. Mehrere Mitglieder der deutschen CMS-Gruppen werden wichtige Koordinatorenrollen ausüben.

Erik Butz vom KIT wird neuer Tracker-Projektleiter. Hiermit leitet er in Zukunft das größte Teilsystem des CMS-Detektors. Erik Butz hat in Hamburg promoviert. Er war von 2013 bis 2018 Tracker Operations Manager, also für den Betrieb des Streifentrackers zuständig. Seit September 2018 fungiert Erik Butz als stellvertretender Tracker-Projektleiter, so dass er optimal auf seine neue Aufgabe vorbereitet ist.

Benedikt Vormwald, Physiker an der Universität Hamburg, wird Run Coordinator von CMS. Benedikt Vormwald hat am Bau des Phase-1 Pixel-Detektors mitgearbeitet und leitet seit 2018 dessen Betrieb in CMS. Als Run Coordinator ist er für den reibungslosen Betrieb des gesamten CMS-Detektors verantwortlich.

Andreas Meyer, Physiker am DESY und Privat-Dozent an der Universität Hamburg, wird PPD Coordinator, wobei PPD für "Physics Performance and Data set" steht. Die PPD-Gruppe ist unter anderem zuständig für die korrekte und optimale Rekonstruktion der Kollisionsdaten, sowie die Produktion von simulierten Datensätzen, und ist daher von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Physikanalysen von CMS. Andreas Meyer war Convener der Top-Arbeitsgruppe von 2014-2015, und leitete die Physikanalyse-Aktivität der CMS-Gruppe am DESY von 2010 bis 2017. Er vertritt CMS in der Steering Group des "Workshops on the physics of the HL-LHC and perspectives for HE-LHC".

Abideh Jafari vom DESY wird Leiterin der Analysegruppe zur Top-Physik (TOP PAG). Bisher hat sie die Untergruppe zu Single-Top koordiniert. Abideh Jafari ist selbst an mehreren Analysen zur Top-Physik führend beteiligt.

Roger Wolf vom KIT wird Leiter der Arbeitsgruppe, welche die optimale Rekonstruktion von Tau-Leptonen verantwortet (TAU POG). Persönlich interessiert er sich unter anderem für Zerfälle von Higgs-Bosonen in Taus.

Die CMS Generator-Gruppe wird in Zukunft von Alexander Grohsjean vom DESY geleitet. Diese Arbeitsgruppe ist einerseits für die zuverlässige Produktion von Monte-Carlo-Ereignissen am CMS-Experiment mitverantwortlich, was einer jährlichen Datenmenge von mehr als 1 PByte entspricht. Andererseits arbeitet sie aber auch eng mit theoretischen Physikern zusammen, um Monte-Carlo-Generatoren weiterzuentwickeln, sie physikalisch und technisch zu validieren und in die Software-Architektur des CMS-Experiments zu implementieren. Alexander Grohsjean selbst forscht im Bereich der Dunklen Materie und des Standardmodells. Er leitet momentan die Arbeitsgruppe, die sich mit den Eigenschaften des Top-Quarks befasst. Von 2016 bis 2018 koordinierte er bereits zwei verschiedene Generatoruntergruppen.

Xavier Coubez vom 3. Physikalischen Institut A der RWTH Aachen (assoziierte Stelle mit der Brown University) wurde zum Leiter der BTV-Arbeitsgruppe ernannt, wobei BTV für "b-tag and vertexing" steht. Die Gruppe ist verantwortlich für alle Aspekte des b-Taggings sowie für die Rekonstruktion von Primärvertex und sekundären Vertices. Xavier war bisher für die BTV-Untergruppe "Algorithms and Software" zuständig.

CMS-Kollaboration verleiht Preise an drei deutsche Physiker (15.02.2019)

Die CMS-Kollaboration verleiht jährlich Preise an Kollaborationsmitglieder, welche herausragende Arbeit geleistet haben. Dieses Jahr konnten sich drei Physiker der DCMS-Gemeinschaft über Preise freuen.
Der Detektor-Preis wird an CMS-Mitglieder verliehen, welche innerhalb der letzten drei Jahre besonders signifikante Beiträge zur Konstruktion des Detektors, oder seines Upgrades, geleistet haben. Martin Lipinski, Doktorand an der RWTH Aachen, bekam diesen Award im Bereich "Spurdetektor" verliehen "for significant contributions to debugging the pixel detector DCDC converter failures, and for essential involvement in the emergency production of new converters". Rechts ist Martin Lipinski (Mitte) zu sehen mit Matthias Kasemann (links), Vorsitzender des für die Preisverleihung zuständigen Collaboration Boards, und Roberto Carlin (rechts), Sprecher der CMS-Kollaboration.

Achievement-Preise werden von den Unterprojekten von CMS an junge CMS-Mitglieder vergeben, welche in dem entsprechenden Bereich besondere Leistungen erbracht haben.
Benedikt Vormwald von der Universität Hamburg erhielt den Preis im Bereich "Run Coordination" für seine führende Rolle im erfolgreichen Betrieb des Pixeldetektors. Die Laudatio lautet: "for sustained and dedicated efforts to improve the operational efficiency of the pixel detectors, particularly after the DCDC challenges, and for playing a leading role in ensuring the highest possible uptime and data quality, enabling smooth operations in 2018." Rechts im Foto ist Benedikt Vormwald als dritter von rechts zu sehen.
Ein weiterer Achievement Award ging an Alexander Grohsjean vom DESY, für seine Leistungen im Bereich "Physics Performance & Dataset". Die Begründung lautete: "for pioneering the implementation of new MC generators and productions at CMS, for the work on event generator validation, and for providing tools and continued support to the operations of MC contacts."
Wir gratulieren allen drei Kollegen ganz herzlich!

Anna Benecke und Janek Bechtel gewinnen CMS-Poster-Award (22.10.2018)

Vom 30.9. bis zum 5.10.2018 trafen sich 264 Mitglieder der CMS-Kollaboration in Budapest zur "CMS Physics and Upgrade Week". In diesem Rahmen fand eine Postersession statt, um jungen Forschern die Möglichkeit zu bieten, ihre Arbeit vorzustellen. Aus etwa 40 Postern wurden die besten vier Poster von den Teilnehmern ausgewählt und in einer feierlichen Zeremonie ausgezeichnet. Unter den Ausgezeichneten waren auch zwei DCMS-Mitglieder: Anna Benecke von der Universität Hamburg gewann den Preis für ihr Poster "CMS Pixel Detector – The DCDC Story", und Janek Bechtel vom Karlsruher Institut für Technologie wurde für sein Poster "Determining genuine tau tau standard model backgrounds from data using the CMS embedding technique" ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

Das Bild zeigt den Sprecher von CMS, Roberto Carlin, mit den vier Gewinnern: von links nach rechts Andres Tiko (Padua), Anna Benecke (Universität Hamburg), Janek Bechtel (KIT), und Ankita Mehta (Budapest).

 

Alexander Grohsjean als LPC Distinguished Researcher ausgewählt (12.10.2018)

Alexander Grohsjean vom DESY wurde als LPC Junior Distinguished Researcher 2019 ausgewählt. Das LHC Physics Center (LPC) am Fermilab in den USA zeichnet in diesem Programm internationale Wissenschaftler aus, die das Physikprogramm von CMS in Zusammenarbeit mit dem LPC entscheidend stärken und vorantreiben sollen. Für 2019 wurden 21 Distinguished Researcher ausgewählt. Alexander Grohsjean forscht mit Focus auf der Physik des Top-Quarks. In seiner Zeit als Distinguished Researcher möchte er sich auf die Suche nach Dunkler Materie in Assoziation mit Top-Quarks sowie auf die Suche nach neuen skalaren Teilchen, welche in Top-Quarks zerfallen, konzentrieren, sowie neue Präzisionsmessungen zu Top-Quarks durchführen.

Weitere Informationen:
Link zum LPC Fellowprogramme
Link zur Seite über Alexander Grohsjean

Denise Müller erhält Preis für besten Nachwuchswissenschaftler-Vortrag (3.10.2018)

Für ihre Präsentation auf der Konferenz "11th International Workshop on Top Quark Physics 2018" wurde Denise Müller, Doktorandin am Institut für Experimentelle Teilchenphysik (ETP) des KIT, vor 130 Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit dem Preis für den besten Nachwuchswissenschaftler-Vortrag ausgezeichnet. Traditionell erhält der wissenschaftliche Nachwuchs im sogenannten "Young Scientist Forum" die Gelegenheit, seine Arbeiten in Kurzvorträgen vorzustellen. Denise Müller berichtete von der Messung der Einzel-Top-Quark-Produktion im t-Kanal mit Daten des CMS-Experiments, an der sie zusammen mit weiteren Kollegen des ETP forscht. In Frau Müllers Analyse gelang es, das Verhältnis der Produktionswahrscheinlichkeiten von einzelnen Top-Quarks und einzelnen Top-Antiquarks mit bisher unerreichter Präsizion zu messen und somit Aussagen über die innere Struktur des Protons zu machen.

Link zur Präsentation: TOP2018_dmueller.pdf

Kerstin Borras zum Fellow der American Physical Society ernannt (26.9.2018)

Kerstin Borras, Helmholtz-Professorin an der RWTH Aachen und leitende Wissenschaftlerin bei DESY, wurde heute zum Fellow der American Physical Society (APS) ernannt. Diese Ehre wird jedes Jahr nur 0.5% aller APS-Mitglieder zuteil. Dieses Jahr wurden 155 Physiker und Physikerinnen ausgezeichnet. Kerstin Borras wurde für ihre herausragenden Beiträge zur Teilchenphysik sowie die vorbildliche Ausübung von Leitungsfunktionen am DESY, am Fermilab and am CERN geehrt. Kerstin Borras war insbesondere von 2014 bis 2016 stellvertretende Sprecherin des CMS-Experiments, mit über 5000 Mitgliedern aus über 50 Ländern. Lutz Feld, Sprecher der deutschen CMS-Gruppen, sagt: "Die deutschen CMS-Gruppen gratulieren Kerstin Borras zu dieser wichtigen Auszeichnung ganz herzlich. Mit dem Fellowship der American Physical Society werden nur sehr selten Physiker ausgezeichnet, die nicht an amerikanischen Instituten tätig sind. Das Fellowship ist daher ein Ausweis der international führenden Rolle von Kerstin Borras in der Teilchenphysik und der guten Zusammenarbeit von deutschen und US-amerikanischen Gruppen in CMS."

Weitere Informationen:

Pressemitteilung der APS: https://www.aps.org/newsroom/pressreleases/women-fellows.cfm
DESY-News: http://www.desy.de/aktuelles/news_suche/index_ger.html?openDirectAnchor=1462&two_columns=0

Frank Hartmann wird CMS-Upgrade-Koordinator (1.9.2018)

Frank Hartmann, Privatdozent am KIT, wurde für 3 Jahre zum Upgrade Co-Coordinator von CMS ernannt. In dieser Funktion ist er verantwortlich für die Planung und Durchführung des Upgrades des gesamten CMS-Detektors für die High-Luminosity-Phase des LHC, welche ca. 2026 beginnen wird. Seine Amtszeit beginnt am 1.9.2018 und endet am 31.8.2012.
Frank Hartmann hat seine Karriere den Silizium-Detektoren gewidmet. Schon in seiner Diplomarbeit arbeitete er am Microvertex-Detektor von Delphi am LEP-Beschleuniger. Er promovierte am KIT mit einer Arbeit zum Tracker des CDF-Detektors am Tevatron. Seit 2000 arbeitet Frank Hartmann am CMS-Spurdetektor, wobei die Entwicklung von strahlenharten Siliziumsensoren sein hauptsächliches Arbeitsgebiet darstellte. Frank Hartmann hat viele Leitungspositionen im CMS-Tracker wargenommen. Insbesondere war er von 2013 bis 2015 der Koordinator des CMS-Trackerprojekts, und ab 2015 Deputy-Tracker-Koordinator.
Frank Hartmann ist Autor eines Standwerkes zu Siliziumdetektoren, "Evolution of Silicon Sensor Technology in Particle Physics", 2nd Edition, Springer (2017).
Wir gratulieren Frank ganz herzlich und wünschen ihm viel Erfolg bei seiner neuen, herausfordernden Aufgabe!

TOP2017: Poster-Preis geht an Nils Faltermann (KIT)


Die 10. Ausgabe des International Workshop on Top Quark Physics (TOP2017) fand dieses Jahr vom 17. bis 22. September im portugiesischen Braga statt. 139 Teilnehmer diskutierten über die neuesten experimentellen Resultate und Entwicklungen in theoretischen Berechnungen auf dem Gebiet der Top-Quark-Physik. Neben zahlreichen Plenarvorträgen gab es auch dieses Jahr wieder eine Poster-Session, die vor allem jungen Nachwuchswissenschaftlern die Gelegenheit gibt, ihre Ergebnisse einem breiten Publikum vorzustellen. Die drei Poster mit den meisten Stimmen der Konferenz-Teilnehmer wurden im Rahmen des Workshop-Dinners prämiert. Der erste Preis ging in diesem Jahr an das Poster von Nils Faltermann (Doktorand aus Karlsruhe). Der FSP gratuliert herzlich zu diesem schönen Erfolg!

Kerstin Hoepfner neuer CMS Authorship Committee Chair

Während des 114. Treffens des CMS Collaboration Boards wurde Kerstin Hoepfner zum neuen Chair des CMS Authorship Boards gewählt. Ihre zweijährige Amtszeit beginnt am 1. September. Wir gratulieren herzlich und wünschen alles Gute!

Neue Leitungspositionen in der CMS-Kollaboration

Für acht Physics Objects Groups (POGs) und neun Physics Analysis Groups (PAGs) wurden in der vergangenen CMS-Woche turnusmässig insgesamt 19 Level-2-Koordinator-Posten besetzt. Aus insgesamt 91 Kandidaten wurden die 19 neuen Koordinatoren ausgewählt und in der SItzung des Collaboration Boards am 7. April bestätigt. Die neuen Koordinatoren lösen zum September 2017 ihre Vorgänger ab. Erfreulich aus deutscher Sicht ist, dass unter den neu berufenen Level-2-Koordinatoren zwei FSP-Wissenschaftler sind. Maria Aldaya-Martin wird ab September die Top-PAG leiten und Roman Kogler wird Koordinator der B2G-PAG. Beide haben bereits Erfahrungen als Level-3-Koordinatoren sammeln können (Top-Cross-Sections und B2G-Resonances). Mit der Wahl von Matthias Kasemann zum Chair des Collaboration Boards sind somit in der vergangenen CMS-Woche drei CMS-Leitungspositionen mit FSP-Wissenschaftlern besetzt worden.


Matthias Kasemann

Ab September neuer Chair des CMS-Collaboration Board Link zur persönlichen Homepage

Maria Aldaya Martin

Ab September neue Level-2-Koordinatorin der TOP-PAG. Link zur persönlichen Homepage

Roman Kogler

Ab September neuer Level-2-Koordinator der B2G-PAG. Link zur persönlichen Homepage

Matthias Kasemann zum neuen CB-Chair gewählt


Matthias Kasemann (DESY) wurde gestern im zweiten Wahlgang zum neuen Chair des CMS Collaboration Board gewählt. Seine zweijährige Amtszeit beginnt am 1.September 2017. Er löst dann den bisherigen CB-Chair Jorgen D'Hondt ab.

Der FSP104 gratuliert herzlich und wünscht viel Erfolg!


ERC Consolidator Grant für Alexander Schmidt (25.11.2016)


Alexander Schmidt leitet seit 2011 bereits eine "Emmy Noether" Forschungsgruppe an der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt auf der Suche nach bisher noch unbekannten, schweren Teilchen, wie etwa vektor-artige Quarks, die in einigen vielversprechenden Theorien zur Erklärung von Physik jenseits des Standardmodells vorhergesagt werden. Beispiele solcher Theorien sind die sogenannten "little Higgs" und "composite Higgs"-Modelle sowie Theorien, die Extradimensionen beinhalten. Innerhalb dieser Gruppe wurden auch wichtige technische Beiträge für derartige Analysen entwickelt und kallibriert, wie etwa Algorithmen zur Untersuchung von Jet-Substrukturen, von "boosted" Ereignistopologien und zur Identifikation von b-Jets.

Mit den Mitteln des jüngst erfolgreich eingeworbenen "Consolidator Grant" des Europäischen Forschungsrates (ERC) plant Alexander Schmidt, die erste direkte Messung der Kopplung des Higgs-Bosons an Charm-Quarks. Nach seiner Entdeckung im Jahr 2012 ist das Higgs-Boson mittlerweile ein wichtiges "Instrument" für die Suche nach Physik jenseits des Standardmodells.

Das Higgs-Boson zerfällt bevorzugt in Bottom-Quarks, jedoch konnte weder dieser Prozess noch der deutlich seltener erwartete Zerfall in Charm-Quarks bisher experimentell nachgewiesen werden. Die kleine Wahrscheinlichkeit für den Zerfall in Charm-Quarks könnte von Physik jenseits des Standardmodells - so sie existiert - verändert werden. Eine Messung dieser Wahrscheinlichkeit hat daher das Potential, entweder neue Physik zu entdecken, nach deren Anzeichen seit nunmehr 60 Jahren gesucht wird, oder den Parameterraum für Physik jenseits des Standardmodells weiter einzuschränken.

Weil Charm-Quarks bisher experimentell kaum von anderen Quarks unterschieden werden können, stellt die Suche nach dem Zerfall des Higgs-Bosons in Charm-Quarks am LHC-Beschleuniger eine sehr grosse Herausforderung dar, für deren Bewältigung die Entwicklung neuer Methoden zum Nachweis von Charm-Quarks unabdingbar ist. Alexander Schmidt und seine Gruppe wollen hierzu unter Verwendung von Mustererkennungs-Konzepten neue Methoden zur Zerfallsvertex-Rekonstruktion entwickeln. Über die Anwendung in der Suche nach Higgs-Zerfällen in Charm-Quarks hinaus werden diese neuen Ideen und Methoden Anwendung in vielen anderen Analysen der CMS-Kollaboration finden, in denen Jets, die aus Charm-Quarks stammen, eine Rolle spielen.


Roman Kogler ist neuer LHC-D BSM-Convener für CMS (29.10.2015)


Roman Kogler ersetzt Christian Sander, der zur ATLAS-Kollaboration wechselt, als LHC-D BSM-Convener für CMS. Zusammen mit den entsprechenden ATLAS-Kontaktpersonen koordiniert Roman Kogler künftig die Beyond-Standard-Model (BSM) Aktivitäten der deutschen ATLAS- und CMS-Gruppen. Roman Kogler ist seit Anfang 2012 Postdoc an der Universität Hamburg, zuvor war er ein Jahr Research Fellow am DESY. Seit 2012 ist er auch Mitglied der CMS-Kollaboration und bekleidet dort derzeit das Convener-Amt der "B2G Resonances and Dark Matter" Gruppe, in der alle Suchen nach neuer Physik mit Top- und Bottom-Quarks im Endzustand koordiniert werden.


DESY Nachwuchsgruppe mit dem Elsevier Poster Preis ausgezeichnet (22.07.2013)


DESY Physiker Katerina Lipka und Sebastian Naumann-Emme bekommen den Elsevier Poster Preis für ihre wegweisende Analyse der Top-Quark Erzeugung am CMS Experiment. Diese Arbeit wurde durch den Impuls-und-Vernetzungsfond der HGF gefördert und ist eins der zahlreichen Ergebnisse des Projekts "Determination of Proton Structure in hadronic collisions".

Das Poster stellt ein pünktlich zur EPS veröffentlichtes Resultat der CMS Kollaboration zur Bestimmung der starken Kopplungskonstante und der Top-Quark Masse vor [arXiv:1307.1907]. Die Kopplungskonstante bestimmt, wie stark die sogenannte starke Kraft auf die Quarks wirkt. Den Preisträgern ist es gelungen, diese Stärke erstmals an Top-Quarks, den schwersten bekannten Quarks, zu vermessen. Der Messung liegt eine sehr anspruchsvolle Berechnung des Produktionsprozesses zu Grunde (eine störungstheoretische Berechnung in next-to-next-to-leading order). Das Ergebnis bestätigt frühere Resultate an anderen Quarks und demonstriert, dass die starke Kraft auf alle Quarks mit gleicher Stärke wirkt.

Hier ist das Poster: Probing QCD with top quark pairs at CMS


Kerstin Borras wird Deputy Spokesperson der CMS-Kollaboration (12.07.2013)


Dr. Kerstin Borras, Leiterin der CMS-Gruppe am Deutschen Elektronensynchrotron DESY, wurde zur stellvertretenden Sprecherin der CMS-Kollaboration gewählt. Sie wird diese Aufgabe zum 1. Januar 2014 übernehmen. Die CMS-Kollaboration wird von einem Sprecher und zwei Stellvertretern geleitet. Ab 1.1.2014 wird das neue Management-Team von Dr. Tiziano Camporesi vom CERN geführt, mit den Stellvertretern Prof. Paris Sphicas (Universität Athen) und Dr. Kerstin Borras. Ihr Aufgabenbereich wird der Betrieb und die Weiterentwicklung des CMS-Detektors sein.

Dr. Kerstin Borras studierte Physik an der TH Dortmund und promovierte dort 1992. Sie beschäftigte sich intensiv mit der Technologie des Flüssig-Argon Kalorimeters, die am H1-Experiment am HERA-Beschleuniger am DESY eingesetzt wurde. 1997 ging sie als Stipendiatin der Max-Kade Stiftung an die Rockefeller University in New York und schloss sich dem CDF-Experimentes am Tevatron an, dem Vorgänger des LHC am amerikanischen Teilchenphysikzentrum FermiLab nahe Chicago. Mitte 1999 wechselte Dr. Kerstin Borras zum DESY und beteiligte sich am Betrieb und der Datenanalyse des ZEUS-Experimentes. Nach dem Ende der Datennahme am HERA-Speicherring trat sie der CMS-Kollaboration bei, wurde Leiterin der CMS-Gruppe am DESY, übernahm Verantwortung im Bereich der Kalorimeter, und leitete das Konferenz-Kommitee der CMS-Kollaboration.


Frank Hartmann (KIT) wird Tracker Manager (06.11.2012)


Am 2.10.2012 wurde Dr. Frank Hartmann vom Karlsruhe Institute of Technology zum Project Manager der Silizium-Spurdetektors bei CMS ernannt. Der Silizium-Sprudetektor ist die Schlüsselkomponente des CMS Detektors. Der Tracker Project Manager fungiert als Schnittstelle des Spurdetektors zum CMS-Management und zu den am Spurdetektor beteiligten Instituten. Er ist für den reibungslosen Betrieb, die Wartung und die Upgrades des Pixel- und Streifendetektors verantwortlich.

Frank Hartmann sagt, dass er die Herausforderung der nächsten zwei Jahre annimmt. Sein persönliches Ziel ist es, die Betriebstemperatur des Detektors um 20-25K zu senken und damit den Langzeitbetrieb bei immer höherer Strahlenbelastung zu gewährleisten, das Phase-1 Pixelupgrade in die Produktion zu führen, und das Phase-2 Upgrade im Jahre 2014 mittels eines „Technical Proposals“ besser zu definieren und die Realisierung erster Prototypen zu unterstützen. Sein Hauptziel ist aber, einen perfekt funktionierenden Detektor mit erneuerter erfahrener Crew für den 14 TeV Run im Jahr 2015 bereitzustellen. Dafür ist es allerdings unumgänglich, dass junge Leute Interesse am Betrieb des Detektors im Bereich Hard- und Software entwickeln und die nötige Unterstützung dafür erhalten. Der lange Shutdown ist ideal geeignet, um eine solche Expertise während der Inbetriebnahme aufzubauen.


Frank Hartmann (Karlsruhe Institut für Technologie), geboren 23.07.1969 in Stuttgart
Diplomarbeit am Upgrade des DELPHI Siliziumdetektor am LEP bei Prof. Dr. W. deBoer
Doktorarbeit am CDFII Spurdetektor am TEVATRON bei Prof. Dr. Th. Müller
Seit 2000 Mitglied der CMS Kollaboration am LHC
Hierbei maßgeblich an der Sensorentwicklung, Qualitäts- und Strahlenhärtekontrolle beteiligt. Danach an der Entwicklung des Tracker Kontroll-, Sicherheits- und Powersystems und zeitgleich an der Inbetriebnahme des Spurdetektors beteiligt.
Seit 2011 Deputy Tracker Project Manager
Zeitgleich Lehre am KIT, diversen Doktorandenschulen, z.B. Egyptian School on High Energy Physic08 ISAPP09, EDIT 2010 und in der CERN Lehrerausbildung.

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